"Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." (1. Johannes 4,16)

In unserem Alltag fällt es sicher vielen von uns schwer, Gottes Liebe immer wieder zu erkennen: Wir stehen mit dem Auto im Stau, obwohl wir gleich einen wichtigen Termin haben; an unserem Arbeitsplatz gibt es oft Ärger und der Job macht sowieso keinen Spaß mehr; in der Familie ist wegen Krankheit, Geldnot oder sonst was dauernd schlechte Stimmung... die Liste könnte man endlos fortsetzen. Gottes Liebe ist aber trotz allem immer da und manche Alltagswidrigkeiten ergeben später betrachtet sogar einen Sinn : beispielsweise Bewahrung vor einem Unfall, weil wir im Stau standen.

Wir bleiben in Gottes Liebe, indem wir auch liebevoll auf andere sehen.

Zum Beispiel dann, wenn wir bekannten  oder unbekannten Menschen begegnen und wir sie freundlich grüßen oder sogar Zeit für einen Schnack haben (fällt zugegebenermaßen schwer, wenn wir in Eile sind). So beschenken wir nicht nur andere mit Freundlichkeit , sondern werden meistens selbst auch beschenkt - spüren Gottes Liebe in solchen Begegnungen.  Zugegeben: Es gibt natürlich auch mürrische Zeitgenossen, die mit uns nichts zu tun haben wollen. - Aber Gott lächelt uns freundlich an !

Wenn Gottes Liebe in uns ist, hat das Wirkung nach außen und es sollte uns antreiben,  von unserem Herrn zu erzählen.

Natürlich kann es passieren, dass Menschen abweisend darauf reagieren, was wir akzeptieren müssen. Wir können dann zumindest für sie beten und sicher sein, dass Gott es hört.

Wenn wir aber "nicht so gut drauf sind" ,  schlechte Laune haben - also Gottes Liebe nicht so aus uns herausstrahlt, was dann ? Das dürfen wir zulassen , denn Gott liebt uns in jeder Lebenslage. Wir können ihn anrufen, offen und ehrlich zu ihm beten (auch klagen!) und darauf vertrauen, dass er uns aus Tiefpunkten wieder herausholt. Vielleicht hilft es uns auch , im Gespräch mit anderen Christen (unseren

Glaubensgeschwistern) Hilfe zu suchen; beispielsweise dann, wenn uns Erlebnisse tief verletzt haben, wir einem üblen Zeitgenossen begegnet sind...

Gottes Liebe gilt selbstverständlich allen Menschen - auch jenen, die uns unangenehm sind, mit denen "die Chemie nicht so stimmt". Es ist normal, dass man nicht für jeden gleiche Sympathie empfindet, aber wir können jeden in Liebe annehmen , weil Gott uns dazu befähigt. Das bedeutet nicht, dass wir uns eines jeden Meinung ("Vision") bedingungslos unterzuordnen haben. Wir sollen und können offen miteinander  - aber nicht übereinander  - reden, wenn es zwischenmenschliche Probleme gibt.

Für uns als Gemeinde bedeutet das, dass bei allen Konflikten und Missverständnissen, die  im Gemeindeleben natürlich entstehen können, wir uns immer wieder auf Gottes Liebe besinnen. Also auch ein gutes Miteinander vorleben, das nach außen wirkt, wie in Hebr. 10 , 24 zu lesen ist: " Wir wollen aufeinander achtgeben und uns gegenseitig zur Liebe und guten Taten anspornen."

 

Andrea Wirth