Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch ! (Johannes 20,21)

Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, zeigte er seine Hände und seine Seite. Jesus muss es vor seinem Tod am Kreuz schon einmal gesagt haben: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und wenn jemand etwas 2 x sagt, wird es wichtig oder dringend. Als die Jünger wie immer am 1. Tag der Woche versammelt waren und sie die Türen fest verschlossen hatten aus Furcht vor den Juden, zeigt sich Jesus ihnen das 1. Mal nach seiner Kreuzigung. Und die Jünger waren froh, als sie ihren Herrn sahen. Als er diesen Sendeauftrag abermals ausgesprochen hatte, blies er sie an und sprach zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist!

Wenn ich das lese denke ich oft: da sind Welten zwischen mir und den Jüngern.

Gilt dieser Sendeauftrag denn heute immer noch? Und wenn ja, für wen? Für die Jünger damals war es einfach danach zu handeln, denn Jesus stand ja vor ihnen, als er das sagte. Leben wir so innig mit Jesus verbunden und setzen unser ganzes Vertrauen auf ihn, egal wie unsere Umstände sind, egal ob wir krank sind und wir auch keine Veränderung unser Haltung erleben, obwohl wir beten, beten, beten…..

Ich besuchte ein Seminar, wo wir nachmittags ausgesendet wurden. Wir sollten 3 Minuten in die Stille gehen und aufschreiben was uns in den Sinn kam: z.B. weiblich, schwarze Hose, rotes Oberteil, Beziehungsprobleme. Wir gingen los und Hurra!!. Ich sah sie! Sie stand an einem Schaufenster und war intensiv mit ihrem Handy beschäftigt. Ich wartete und wartete. Als sie mal kurz aufblickte, fasste ich Mut und sprach sie an. Entschuldigung. Brauchen Sie Gebet? Nein, nein, ich brauche das nicht! Welch eine Frustration! Gott, du hast sie mir doch gezeigt. Und jetzt steht sie vor mir und sie ist total in Abwehrhaltung. Am liebsten wäre ich nach Hause gegangen um mich ein bisschen selbst zu bemitleiden. Da wir aber zu zweit waren, sind wir weiter gegangen. Aber auch mein Partner hatte ab da noch wenig Erfolg. Er hatte, bevor die Veranstaltung überhaupt begann, für einen Straßenmusiker gebetet.

Die Zeit verging und als wir wieder zurück mussten, sah ich diese Frau mit der schwarzen Hose und dem roten Oberteil mit einer roten Rose auf einer Bank sitzen. Es sah so aus, als ob sie auf jemanden wartete. Sollte ich es nochmal versuchen ? War sie jetzt bereit ? Oder war sie mit jemand verabredet?  Ich war müde vom Laufen und Suchen und wollte nur noch nach Hause. Abends ging das Seminar weiter. Dort sollte dann berichtet werden was wir so erlebt hatten. Da wir nichts zu berichten hatten, sind wir dann nach Hause, müde und enttäuscht.

Einige Zeit später bekam ich ein Buch in die Hand: Schatzsuche im Erntefeld: Der Autor bekam von Gott den Impuls: den Vornamen David. Er sprach mindestens 20 Menschen an. Entschuldigung! Heißen Sie David? Immer kam die Antwort. Nein!

Abends fragt er Gott. Was war das? Antwort von Gott. Falscher Name. Wie Gott? Du hast mir einen falschen Namen  gegeben? Antwort von Gott. Dein Gehorsam ist mir viel wichtiger als der schnelle Erfolg.

Welch eine Erkenntnis. Da hatte auch ich meine Antwort auf meine Fragen.

Gott meint es gut mit uns. Wir dürfen weiter üben Gehorsamsschritte mutig zu gehen im Vertrauen auf unseren barmherzigen und gütigen Gott. Ich wünsche allen Lesern frohe Ostern .

Euer Mutmacher Inge Hergert