Freundliche Reden sind wie Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. Spr. 6,24

Worte können Leben retten oder zerstören: Der Segen am Ende des Gottesdienstes kann eine Ermutigung für die ganze Woche sein, Lobkärtchen mit Worten wie „das hast Du gut gemacht“ motivieren im Unterricht, ein aufmunterndes „das wird schon wieder“ hilft weiter und was wäre Sport ohne anfeuernde Rufe aus dem Publikum. „Worte nur Worte … parole, parole“ wird das in einem bekannten französischen Chanson kritisiert.

Aber Worte haben Macht und manchmal sind es Worte, die sich in einen lebenslangen Fluch verwandeln. „Segen oder Fluch? – Sie haben die Wahl“ heißt ein lesenswertes Buch von Derek Prince, der sich damit auf die Bibel bezieht (5.Mose 30,19). Wie viele Worte spuken in unseren Köpfen herum? Worte von Eltern, Lehrern, Vorgesetzen - als Ermutigungen oder Killersätze sind sie oft schon ganz früh zu Überzeugungen geworden. So leben wir durch unsere inneren Stimmen als Opfer oder Gewinner. Als Christen können wir uns entscheiden, Gottes Worten mehr zu vertrauen als Menschenworten. Und so kann das „Du bist Nix, Du hast nix, Du kannst nix“ durch die Verheißung ersetzt werden „Ich bin Gottes geliebtes Kind“. Diese Wahrheit ist größer als alle Lügen aus der Vergangenheit und kann sich gegen böse Zungen im Heute behaupten.

Wie heilsam sind gute Worte für den ganzen Menschen. Das gilt besonders, wenn sie an Gottes Versprechen, sich um uns zu kümmern, erinnern. So bezieht auch das Bibelwort aus den Sprüchen Seele und Körper mit ein. Die Beobachtung „Es ist unglaublich, wieviel Kraft die Seele dem Körper zu leihen vermag“ (W.v.Humboldt *1769) ist also nicht wirklich neu. Die Medizin geht inzwischen sogar davon aus, dass 80% aller Erkrankungen psychisch mitverursacht sind und die Resillienzforschung versucht, heraus zu finden, was Menschen in schwierigen Situationen befähigt, weiter zu machen. Wen wundert`s – dabei spielt die Religion und das soziale Netz (Kommunikation), aber auch die emotionale Entwicklung (Herkunftsfamilie) eine große Rolle.

Manchmal kommen mir freundliche Worte „überlebenswichtig“ vor, irgendwie gelingt  der Alltag besser, der Körper bleibt entspannt. Und weil Freundlichkeit jedem gut tut, fange ich heute mal damit an und lächle der Verkäuferin zu. Vielleicht finde ich auch ein freundliches Wort für sie …. 

Ich wünsche Ihnen und Euch die Entdeckung vieler guter Worte in der Bibel und die Begegnung mit Menschen, die freundlich reden. Mögen wir selbst für andere auch ein solcher Mensch sein.

Mit herzlichem Gruß ULLI Prager