„Wendet Euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein." (1. Samuel 7,30)

Wie war es, bevor ich dem Herrn mein Herz zuwandte; also Gottes Kind wurde?

Sie war schüchtern und im Umgang mit anderen Kindern oft sehr unsicher. Zu Hause sollte sie brav sein und sich unterordnen, so wie es von ihrer Mutter auch erwartet wurde. Denn der Vater war der Chef, der allerdings kaum zu Hause war. Außer seinem Beruf war da nämlich noch sein Hobby, dem er nach Feierabend und am Wochenende nachging. Wenn er irgendwann spät nach Hause kam war er meistens angetrunken, weshalb es dann oft lautstarken Streit gab - auch mit Gewalttätigkeiten gegen ihre Mutter.

Die Tochter bekam dadurch von klein auf alles immer mit und glaubte, dass es im Himmel einen Allmächtigen geben muss, der helfen kann.  So betete sie in ihrer Angst zu Gott, der in ihrer Familie ansonsten keine Rolle spielte.

Eine Art Bestätigung ihres Glaubens erhielt sie einige Jahre später mit ihrem Konfirmationsspruch: „Der Herr ist gütig und eine Feste zur Zeit der Not und kennt die, die auf ihn trauen."  (Nahum 1,7)

Aber ihre Schüchternheit und Unsicherheit im Umgang mit Gleichaltrigen blieben, weshalb sie auch als Jugendliche kaum Freunde hatte und oft ausgegrenzt wurde. Eines Tages wurde sie in eine christliche Jugendgruppe eingeladen, wo sie zum ersten Mal erlebte, dass man keine besonderen Leistungen erbringen muss, um von anderen akzeptiert und geschätzt zu werden. Sie fand ihren Weg zu Gott - wandte sich mit ganzem Herzen dem Herrn zu, um ihm allein zu dienen. Gott gab ihr Sicherheit, auch im Umgang mit anderen Menschen; ihre Schüchternheit hatte sie somit überwunden. Allerdings ging für sie nun der Ärger zu Hause erst richtig los, denn ihre Eltern wollten ihr Leben als gläubige Christin nicht akzeptieren, obwohl sie bereits volljährig war.

Unser Weg mit Gott bleibt nicht ohne Hindernisse - aber ER gibt uns Sicherheit, diese zu überwinden: im Gespräch mit Gott, also im Gebet, können wir seine Hilfe erfahren.

Manchmal schließen wir Gott aus verschiedenen Gründen dennoch aus; wollen unser "eigenes Süppchen kochen". Aber schnell stoßen wir an Grenzen, merken, dass wir uns unserem Herrn wieder neu zuwenden und ihm allein dienen müssen, um Orientierung und Hilfe in allen Lebenslagen zu haben.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern, dass Ihr allezeit mit dem Herrn verbunden bleibt.

 

Andrea Wirth