„Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.“ (2. Samuel 7,22)

Als ich diesen Vers aus dem A.T. gelesen habe, hat er mich zutiefst angesprochen. Nun ist fast ein halbes Jahr vergangen und ich weiß sofort über was ich schreiben werde. Es ist fast wie ein Zeugnis meines Lebens.

Ich bin das 3. Kind meiner Eltern, nach meinen 2 Brüdern. Wenig Liebe -  nur wenn Leistung erbracht wurde gab es Lob. So kennen es viele aus unserem Jahrgang, um die 1950. Christlicher Glaube war nicht. Zur Taufe, Konfirmation,  Heirat und zur Beerdigung ging es in die Kirche, aber das war es dann auch.

Als ich ca. 12 Jahre alt war erzählte mir mein Vater, dass ihn der katholische Pfarrer aus der Kirche geworfen hat, weil er evangelisch geheiratet hatte und meine Mutter ja auch die meiste Zeit mit uns Kindern verbrachte.  Das sollte doch ein gutes Argument sein.

Als ich das hörte wurde ich innerlich zornig über Gott, dass er diese Ungerechtigkeit zuließ.

Kinder denken und viele Erwachsene denken ebenso, ebenso viele Ungläubige. Immer wieder die große Frage: Warum lässt Gott das zu? Ich kann sie mir nur insofern beantworten: Gott hat seinen Weg mit jedem einzelnen von uns. Er pauschalisiert nicht. Er sieht jeden, ganz persönlich. Und er will unser Herz. Er will, dass wir ehrlich vor uns und ihm werden. Nur so können wir vor ihn kommen. Wenn wir ihm unseren tiefsten Schmerz hinhalten und ihn fragen: Herr, warum ist das so in meinem Leben? Oder weshalb gerate ich immer wieder in dieser bestimmten Situation in Aufruhr? Zeige du mir, was ich hinsichtlich dieser Situationen lernen soll! Lehre du mich, dir immer mehr zu vertrauen und weniger zu jammern, statt dessen schneller zu dir zu kommen, im Gebet dir alles abzugeben, damit du mich verändern kannst, weil nur du Herr uns verändern kannst und zwar in allen Bereichen unseres Lebens. Ich habe es einige Male erlebt und wünsche diese Gotteserfahrung auch allen Lesern.

Es ist keiner wie du und ist kein Gott außer dir.

Inge Hergert