Der Wunsch nach Frieden ist ein elementares menschliches Bedürfnis.

„Alles, wonach wir als menschliche Gemeinschaft streben – Würde, Hoffnung, Fortschritt und Wohlstand -  ist abhängig vom Frieden. Aber Frieden wiederum hängt von uns ab.“  formuliert Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen.

Schon die Engel in der Weihnachtsgeschichte haben „Frieden auf Erden“ verkündet und Friedensgebete gehen um die Welt. Nicht selten sind sie der Beginn einer großen Veränderung. Wir erinnern uns zum Beispiel an den friedlichen Mauerfall in unserem eigenen Land.

Aber gerade auch im Kleinen werden wir von Jesus aufgerufen, Frieden zu „proklamieren“, d.h. Häuser zuerst mit einem Friedensgruß zu segnen, wenn wir sie betreten. Wir kennen das von den Sternsingern, die jedes Jahr ihren Segen über die Haustüre schreiben oder von den „Haussegenstafeln“, die früher zu Hochzeiten verschenkt wurden. In manchen Regionen segnen katholische Christen ihre Felder und bitten damit für eine gute Ernte.

Das was wie eine magische Formel klingt, ist die Zuversicht, dass Gott das gute Wort bestätigt, das wir in seinem Namen aussprechen. Worte haben Macht, das beweisen schon die Beurteilungen von Eltern und Lehrern im Kindesalter, die ganze Lebensläufe beeinflussen. Wie viel mehr Kraft haben dann Gottes Worte, die die ganze Schöpfung ins Leben gerufen haben. Wenn wir in seinem Auftrag Frieden über einem Haus ausrufen, kann das die ganze Atmosphäre zum Guten verwandeln. Das habe ich selbst schon erlebt. Leider gilt aber auch das Gegenteil. Wie „man in den Wald hereinruft, so schallt es heraus“ sagt da der Volksmund. Auch Flüche sind mächtige Waffen.

Schon in den so genannten Seligpreisungen werden wir aufgefordert, Friedensstifter zu sein. Wenn nicht wir, wer dann? Also müsste es beim nächsten Besuch in der Nachbarschaft, bei Freunden und Verwandten laut oder leise heißen: „Friede diesem Haus!“. Probieren wir es doch einfach einmal aus.

 

Friede mit Euch,

Ulli Prager